WIR SIND VIELE

Essay zur Themenwoche im SWR 2

Der Radiosender SWR2 sendet über die ganze Woche hinweg Beiträge, die von meinem Buch WAS GLAUBT IHR DENN - URBAN PRAYERS inspiriert wurden.
In diesem Essay erzähle ich über meine Recherche über religiöse Vielfalt in unserer Gesellschaft. Auf dieser Reise bin ich nicht nur anderern Religionen näher gekommen, sondern ich erlebte auch eine Wiederbegegnung mit meiner eigenen Religiosität.

Hier geht es zu meinem Essay: Essay SWR2


FERNSCHREIBER

Die Essayreihe im Zündfunk

Im Jahr 2009 hat der Zündfunk eine neue Radio-Literatur-Reihe ins Leben gerufen. Junge Autorinnen und Autoren sind die "Fernschreiber" und verfassen regelmäßig exklusive Kurz-Essays zu Themen, die uns bewegen, umtreiben, langweilen oder an denen man einfach nicht vorbei kann. Mit Texten von Norbert Niemann, Annika Reich, Frank A. Schneider, Jens Petersen, Imran Ayata, Björn Bicker u.a.

Podcast Zündfunk Generator "Fernschreiber"




WIE ICH ZUM STÄDTER WURDE

BR, Mai 2012

Ich muss gestehen: Ich bin auf dem Land groß geworden. Über unserem 900-Seelen-Dorf thronte eine Burg, unterhalb des mittelalterlichen Bauwerks zog sich ein Wald bis an die Mauern des Friedhofs.

Hier ist der ganze Text und der Podcast zur Sendung.



PLUS EINS - WAS MAN SICH VORSTELLEN KANN

BR, Februar 2012

Wer als Jugendlicher seine politische Sozialisation in der 80er Jahren erlebt hat, dem war klar, es gibt das eine, aber es gibt immer auch das andere. Es gibt den Kapitalismus, den man für alle Ungerechtigkeiten in der Welt von Hunger über Krieg bis Liebeskummer verantwortlich machen konnte, aber es gibt auch noch einen anderen Entwurf von Gesellschaft und Zusammenleben. Den nannte man Sozialismus. Das war der gedankliche Bonustrack. Das rettende Plus 1.

Hier ist der ganze Text und der Podcast zur Sendung.



KURSWECHSEL

September 2011

Auf hoher See gibt es gute Gründe für einen Kurswechsel: Drohendes Unwetter, Krankheit, Maschinenschaden, alles Mögliche. Der Kapitän gibt ein paar Befehle, der Navigator berechnet die neue Route, der Steuermann setzt die Anweisungen um. Wenn alles gut läuft sind am Ende Besatzung und Fracht gerettet. Meistens geht es bei der Entscheidung für oder gegen einen Kurswechsel nicht um Glaubensfragen, sondern um das pragmatische Abwägen von Für und Wider.

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WAHR ODER WIRKLICH

Februar 2011

Alles ist wirklich. Aber längst ist nicht alles wahr. Vieles, was wirklich ist, wird uns als wahr verkauft. Meistens ist die Marktstrategie ziemlich simpel. Bestimmte Fakten werden einfach immer wieder behauptet, öffentlich, an gut sichtbarer Stelle und es finden sich dann immer wieder irgendwelche Verbreitungstrottel, die die Wahrheit der Lüge verbürgen. Mit ihrem Namen. Mit der Auflagenstärke ihrer Zeitung. Mit dem pseudoseriösen Anstrich ihrer Auftraggeber. Mit dem Nimbus des Faktischen.

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EINE FRAGE ZUR JÜNGSTEN ENTWICKLUNG

25.November 2010

jetzt liege ich da, ziemlich platt und ringe nach luft. dass es so schnell gehen würde, damit habe ich nicht gerechnet. ich stehe wieder auf und ich sehe die jüngste entwicklung nur noch von hinten, wie sie fortrollt und immer größer wird, wie ein riesiger schneeball, eine lawine. ich schüttel mich. ich zupfe meine kleider zurecht und reibe mir die augen. die jüngste entwicklung hat mich soeben überrollt. ich stehe da, ziemlich zerzaust, wie tom, der gerade mal wieder von jerry verarscht und malträtiert worden ist, eben noch im lebendigen glauben an den weg, den ich eingeschlagen hatte: engagiertes theater, politische literatur, interventive Kunst.

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DIE ANGST VOR DER ANGST VOR MIR SELBST

18.Oktober 2010

ich habe angst vor mir selbst. weil ich so viel angst habe. und es wird immer mehr von dieser angst. mein angstkonto ist dick im plus. meine angst hat mit den ängsten der anderen zu tun. irgendwie gibt es so ein unsichtbares angstnetzwerk. es hat mit angst zu tun, wenn ein rassistisches buch mit dem widerlichen angst- und subtitel man wird doch wohl noch sagen dürfen über eine million mal gekauft wird. wer verdient eigentlich am meisten an diesen angstkäufen?

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KNIETIEF IM DISPO

September 2009

egal wo du gerade bist, überall schnappst du die gleichen gesprächsfetzen auf. ob du im zug sitzt, beim arzt im wartezimmer, auf dem arbeitsamt, bei den schwiegereltern, in der theaterpause, im schwimmbad oder bei Deiner sparkassen-kundenberaterin. überall die gleiche leier: die krise. die kredite. die bürgschaften. dann heißt es: wo die bloß aufeinmal das ganze geld hernehmen. süffisantes grinsen im gesicht des cayenne-fahrers, gespielte ich- habs-ja-schon- immer-gewusst-empörung im drei tage bart des kunstschaffenden, graue ebbe im gesicht des hartz4empfängers. und Du? was ist mit Dir?

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EINFACH MAL DIE KLAPPE HALTEN

10. September 2009

Es gibt so ein paar Wünsche, die man hat, für den Rest seines Lebens. So ein paar Sachen, die man gerne nochmal erleben würde. Die einem die restlichen Tage auf dieser Erde versüßen würden. Womit man alles unzufrieden ist. Was man alles lernen will. Was man alles besser machen will. Verhalten, das man ändern möchte. Und manchmal sehnt man sich nach diesem großen, alles verändernden Erlebnis. Alles Hinschmeissen. Alles auf Anfang. Alles Neu. Nie mehr die alten Fehler, Verhaltensweisen, Trägheiten, Ungereimtheiten und so weiter. Aber nein, halt, stopp, ich möchte darüber eigentlich gar nicht nachdenken! Und schon gar nicht darüber reden!

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SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN

10. Juni 2009

im winter 1983 sollte ich mit meinen geschwistern und meiner mutter in die ddr reisen. irgendein familienfest stand mal wieder an. die besuche im schwarz-weiss-film ddr waren für mich als kind die reinsten abenteuer. mein damals langhaariger und ostentativ strickender großer bruder brachte die humorfreien ddr-grenzer nicht nur an den rand des wahnsinns, sondern auch dazu, uns im zug nach allen regeln der kunst zu filzen. unsere mitbringsel  hatten wir  zu hause in zeitungspapier eingewickelt, um auf diese weise unserem onkel ein paar seiten westpresse zu verschaffen. aber leider hatten unsere geschenke so gut wie keinen wert mehr, ohne die bedruckte verpackung, die die grenzer diesmal, nicht blöd, noch vor grenzübertritt einkassiert hatten. angekommen bei den verwandten sorgte unser gescheiterter versuch in subversion für herzliches gelächter, das allerdings schnell wieder erlosch, als mein bruder sein selbst gestricktes  hippi-stirnband vom kopf nahm  - er hatte zwei große seiten einer westdeutschen wochenzeitung in seinen kopfschmuck eingestrickt.

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