Interview: Corporate Citizenship

Theater der Zeit

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Theater der Zeit: HEART OF THE CITY II - Recherchen zum Stadttheater der Zukunft, ist ein Interview mit mir, dem Regisseur Malte Jelden, Veit Arlt und der Autorin Kathrin Feldhaus erschienen. Wir sprechen über Projekte wie "Mitarbeiter*innenprojekt" am Theater Freiburg, sowie über das "Munich Welcome Theatre" an den Münchner Kammerspielen.


Hier gehts zum Interview.



Die Kunst der Teilhabe

Vortrag bei der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins zu dem Themenschwerpunkt „Partizipation – Bürgerbühne – Demokratiefähigkeit“ habe ich einen Vortrag zu dem Thema „Die Kunst der Teilhabe - Theater als Politische Praxis“ gehalten.

Den Vortrag findet Ihr hier.



BEGEGNUNG, TEILHABE, KUNST

In: Theater Heute, Jahrbuch 2014. VÖ: n.n.

Der Zustand der Theater ist Ausdruck der Gesellschaft, von der sie unterhalten werden. Ästhetisch. Strukturell. Organisatorisch. Wie sollte es auch anders ein. Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so wie es ist. Das Personal, die ästhetischen wie politischen Programme bilden ab, wie es um die Macht- und Verteilungsverhältnisse in Deutschland, in Europa, in der Welt, bestellt ist. Ich kann das Theater nicht ohne seine Einbettung in meine gesellschaftliche Realität denken. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber ich habe das Gefühl, man kann sie gar nicht oft genug aussprechen.

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FÜR EIN THEATER DER TEILHABE

125 Jahre Burgtheater Wien - Vortrag auf nachtkritik.de

Für ein Theater der Teilhabe. Und die Realität hat uns längst schon wieder eingeholt: der Burgtheater Billeteur Herr Diaz hat mit seinem Versuch, seine wichtige Rede während des Kongresses zu halten, genau das inszeniert, was ich in meinem Text zu beschreiben versuche. Das Theater und sein Verhältnis zur Realität. Welches sich vielleicht neu justieren müsste.

Meinen Vortrag findet ihr hier und den von Herrn Diaz hier.



RAUS AUS DEM NAHERHOLUNGSGEBIET

Ein Plädoyer für ein Theater der Teilhabe. Erschienen in: Hawaii 8. Das Magazin des Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

Im November 2011 zogen in Bochum ein paar Occupy-Demonstranten durch die Stadt in Richtung Theater, um sich im Schauspielhaus Gehör für ihr Anliegen zu verschaffen. Die Verantwortlichen des Theaters und des abendlichen Ordnungsdienstes hatten davon Wind bekommen, was dazu führte, dass ein Einsatzkommando der Polizei das Theater umringte.Drinnen gab man Shakespeare, draußen wurde unter Polizeibewachung demonstriert. Die Sphären blieben fein getrennt. Die Menschen auch. Drinnen die kritischen, aber auf Ruhe bedachten Kunstliebhaber, draußen die kritischen, aber an Lautstärke interessierten Demonstranten. Und dazwischen eine geschlossene Reihe martialisch uniformierter
Polizisten. Die Stätte der Hochkultur schien eine gespenstische Trutzburg des ungestörten Kunstgenusses geworden zu sein. So zumindest sah das auf einem Foto aus, das danach tagelang im Netz kursierte. Das Bild und die entsprechenden Berichte über das Ereignis, veranlassten die Theaterleitung, sehr ernst gemeinte Bekenntnisse zu Offenheit, Transparenz und demokratischer Kultur abzugeben. Das Bild aber war in der Welt und erzählte viel vom Zustand der großen Stadt- und Staatstheater dieses Landes. Im deutschen Stadttheater, wo Überlieferung von Text, Pflege von Sprache und westlich-kritischem Geist über Jahrzehnte zum Fetisch kultureller Identifikation geworden sind, ist man hin und hergerissen. Zum einen
will man von der eigenen Kultur nicht lassen, zum anderen will man sich auf die Seite der kritischen, zukünftigen Geister dieser Gesellschaft schlagen. Also vorne dran sein.

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DIE KUNST DER TEILHABE. STADTTHEATER ALS POLITISCHE PRAXIS

In: Anke Roeder, Klaus Zehelein: Die Kunst der Dramaturgie. Theorie. Praxis. Ausbildung. Henschel Verlag. Berlin 2011.

Es geht um die Frage, wie man die Arbeit am Theater in einen sozialen und politischen Kontext einbetten kann. Was verändert das für die Theater und ihren eigenen Begriff von Kunst.

Wenn das Theater anfängt, sich für seinen städtischen Kontext zu interessieren, dann ändert sich zwangsläufig auch die Arbeit der Dramaturginnen und Dramaturgen. Manchmal geht es sogar so weit, dass sie sich selbst abschaffen. So war das in meinem Fall.

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IN ZUKUNFT FÜR DAS THEATER SCHREIBEN

In: Heart of the City. Recherchen zum Stadttheater der Zukunft. Hrsg. v. Josef Mackert, Heiner Goebbels und Barbara Mundel. Theater der Zeit. 2011

Am Anfang ist die innere Unruhe, eine Nervosität, die ausgelöst wird durch stetig wachsende Empörung. Bestimmte soziale Realitäten, Widersprüche, Unebenheiten in der politischen Landschaft sind es, die zu der ganz persönlichen Frage führen: Wie kann ich politischer und sozialer Ungerechtigkeit begegnen? Wie kann ich meine eigene Ohnmacht den herrschenden und sehr komplexen Verhältnissen gegenüber überwinden? Das heißt also, wie kann ich zu einem handelnden Subjekt werden? Da gibt es verschiedene Strategien: Ich kann meine Stimme erheben, ich kann mich politisch engagieren, ich kann darüber nachdenken, wie ich das Theater zu einem Ort der produktiven Empörung machen kann, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und dann muss ich natürlich fragen, welche Rolle spiele ich dabei als Autor? Welchen politischen Sinn macht es, Texte zu verfassen, die öffentlich performt werden? In welchem Kontext kommen sie vor, wie müssen sie beschaffen sein, damit sie als Medium der Einmischung funktionieren? Wem soll das nutzen? Welchen Kontext brauchen die Texte?

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HORRORLADEN MEHRHEITSGESELLSCHAFT. DIE VERLOGENE DEUTSCHE ROMA-POLITIK UND DIE KRIESE DER REPRÄSENTATION

In: Theater Heute Jahrbuch 2011

Wenn ich einen Wutanfall kriege, dann gibt es meistens diesen einen, ganz lichten Moment, in dem mir klar wird, dass doch irgendwie alles mit allem zusammenhängen muss. Das ist der Augenblick, in dem der Anfall in einen Rundumschlag umkippt und ich von der Euphorie, eventuell am Weltgeist geschnuppert zu haben, schier übermannt werde. Dieser überkomplexe Erkenntnisblitz hält sich nur für den Bruchteil einer Sekunde und dann schwappt die eine, konkrete Aggression auf alles über, was mich nervt und schon lange mal gesagt werden musste und wird (naturgemäß) ungenau, gemein, selbstgerecht, unterkomplex und ich mache mich (wahnsinnig) angreifbar. Aber das ist dann auch schon egal. Also neulich zum Beispiel, da hatte ich die Eingebung, dass das ganze Theater, so wie es sich gerade darstellt, einfach nur eine überkommene und furchtbar ausschließende Maschinerie ist, die dazu dient, irgendwelche blöden Privilegien bürgerlicher Deppen (da gehöre ich leider auch dazu), die nicht begreifen, dass die Zeit gerade über sie hinweg geht, zu verteidigen. Und damit funktioniert es unfreiwillig als Spielgelbild unseres politischen Systems. Jawohl. Aber erst mal Luft holen und von vorne.

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