TRUTH AND RECONCILIATION CONCERT

HEARING 1: ISLAMOPHOBIA

von Björn Bicker und Malte Jelden


Im Rahmen von „Performing Architecture“ dem Programm des Goethe Instituts zur Architekturbiennale 2018 in Venedig

20.11.2018, 18:00 Uhr S.A.L.E. Docks – Magazzini del SaleVenedig

Mit Boooty Carrell, Derya Yildirim & Grup Şimşek und internationalen Experten:Nabila Abdel Aziz (Muslim Story), Arch. Mohamed Amin Al Ahdab (emeritierter Präsident der Comunità Islamica di Venezia e Provinciale), Sadmir Aliovski (Präsident der Comunità Islamica di Venezia e provincial), Asiyya Baldassarri (COREIS), Eren Güvercin (Journalist), Lamya Kaddor (Wissenschaftler), Julia Ley (Muslim Story), Dott. Hamad Mahamed (Imam centro islamico di Marghera),  Sumaya Abdel Qader (Stadträtin in Mailand), Mothiur Rahman (Dichter), Halima Rubbo (COREIS), Achim Waseem Seger (Musiker und Dichter), Ahmad Abd-Aliyy Venanzi (COREIS), Yahya Zanolo (COREIS) u.a.


Europas Populisten und die Neue Rechte haben sich einen gemeinsamen Feind und Sündenbock ausgesucht: Der Islam und damit auch die in Europa lebenden Muslime. Die von ihnen geschürte Angst und Aggression sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, Muslimfeindlichkeit und Islamophobie werden salonfähig. Gemeinsam mit internationalen Expert*innen und Künstler*innen und den friedvollsten Musikern der Welt machen wir uns in der Zeit der Spaltung auf die Suche nach dem Geist der Verständigung. In einer mehrstündigen Konzertperformance sprechen diejenigen, die von Anfeindung und Ablehnung direkt betroffen sind. Wie fühlt es sich an, wegen eines Kopftuchs in der U-Bahn bespuckt zu werden? Wie erklärt man seinen Kindern, dass die eigene Religion nicht zu dem Land gehören soll, das die eigene Heimat ist? Wie begegnet man Stereotypen und Stigmatisierung in den Medien? Wie schafft man es nach einem Anschlag wieder in die Moschee zu gehen? Was ist, wenn sich der Hass längst nach innen, gegen sich selbst gerichtet hat? Hearing 1 ist der Beginn einer Serie von performativen Konzerten. Die große Frage ist, ob Versöhnung noch vor der Katastrophe gelingen kann. 


In Kooperation mit COMIV (Comunità Islamica di Venezia) und COREIS (Comunità Religiosa Islamica Italiana)



URBAN PRAYERS ZÜRICH

Premiere 03.03.2017 Zürich

Woran glauben die Menschen in Zürich? Welche Gebetsräume, welche Kirchen, Moscheen oder Tempel besuchen sie? Welche Sprache versteht ihr Gott? Ist ihr Glaube Privatsache? Ist ihr Glaube politisch? Glauben Menschen an die Freiheit der Anderen? Diese Fragen stehen am Anfang des Theaterstücks URBAN PRAYERS, das Regisseur Malte Jelden und Autor Björn Bicker bereits in München, Hamburg und zur Ruhrtriennale aufgeführt haben. Das Stück über die religiöse Gegenwart dieser Stadt zeigt, dass das Thema "Glauben" in unserer säkularen Gesellschaft immer noch immens aktuell ist. In dem Theaterstück URBAN PRAYERS ZÜRICH spricht der "Chor der gläubigen Bürger", Mitglieder verschiedenster religiöser Gemeinden, zusammen mit den SchauspielerInnen des Theater Neumarkt.

Das Stück führt zu ganz verschiedenen Orten spirituellen Zusammenlebens: zum Forum des Orients im Kreis 5, in den Shiva-Tempel in Glattbrugg, in die Serbisch-Orthodoxe Kirche in Schwamendingen, die Israelitische Cultusgemeinde im Quartier Enge, der Equippers Friedenskirche im Kreis 1 und in das Islamisch-Bosnische Zentrum in Schlieren. Zum Abschluss wird die Citykirche Offener St. Jakob zum Zentrum des multireligiösen Zürich.

Für weitere Informationen, sowie zum Spielplan und Ticketverkauf: Theater Neumarkt

Für weitere Informationen, sowie zum Spielplan und Ticketverkauf: ZH-Reformation

Für mehr Information, bitte hier klicken.

Hier geht es zum Artikel des SRF: Artikel SRF

Hier geht es zu einem Ausschnitt aus der Aufführung: URBAN PRAYERS Shiva Tempel 


URBAN PRAYERS RUHR

Uraufführung auf der Ruhrtriiienale 2016; ab dem 14.08.2016

Was glaubt ihr denn. Wer wir sind.Was wir glauben. 
Was glaubt ihr denn. Wer wir sind. Wo wir wohnen. 
Was glaubt ihr denn, wo wir stören. Wo wir nicht stören. 
Was glaubt ihr denn.

Aus einer intensiven Recherche im religiösen Leben des Ruhrgebiets entsteht das Theaterstück: URBAN PRAYERS RUHR.
Woran glauben die Menschen in Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und Hamm? Wo befindet sich ihr Ort des Glaubens? Welche Sprache versteht ihr Gott? Welche Kirchen, Gebetsräume, Moscheen, Tempel besuchen sie? Glauben sie, dass ihr Glaube Privatsache ist? Glauben sie, dass ihr Glaube politisch ist? Glauben sie an die Freiheit der Anderen? Was denken die Gläubigen über ihre nichtgläubigen NachbarInnen und umgekehrt?

Es spricht der Chor der gläubigen BürgerInnen. Doch kaum fängt einer an zu reden, da fällt ihm der andere schon ins Wort. Der Chor findet keine gemeinsame Sprache und doch ist es ein Chor, der ein Gegenüber kennt: die Nicht-Gläubigen. Globalisierung, Migration und der gleichzeitige Verlust religiöser Bindungen haben aus unseren Städten Orte der religiösen und weltanschaulichen Vielheit gemacht. Muslime, Buddhisten, Hindus, Sikh, Juden sowie christliche Glaubensgemeinschaften aus der ganzen Welt – Pfingstler, Evangelikale, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe – machen das Ruhrgebiet zur religiösen Megacity. 

URBAN PRAYERS RUHR ist an sechs aufeinander folgenden Sonntagen in sechs verschiedenen Gotteshäusern im Ruhrgebiet zu Gast. Jede Gemeinde ergänzt mit einem eigenen kulturellen Beitrag die Aufführung durch fünf SchauspielerInnen und ChorWerk Ruhr.

Hier gibt es einen Link zum Reinhören: Interview WDR 5

Hier gehts zu einem Kurzfeature: Interview WDR

Hier gehts zum Artikel über URBAN PRAYERS RUHR: Artikel Deutschlandfunk Kultur

Hier geht es zu einem weitern Artikel: DW Artikel  Hier ein weiterer Artikel: Artikel Deutschlandfunk 

Hier ein weiterer Artikel: Artikel URBAN PRAYERS RUHR

Hier ein weiterer Artikel: Artikel RP-Online  


NACHTRAG:


Anlässlich meiner Theater Premiere, im Rhamen der Ruhrtriiienale, ist dieses Interview mit Barbara Burckhardt entstanden.

Hier gehts zum Interview: Interview Deutschlandfunk

THE VEDDEL EMBASSY: Representing Germany

Architekturbiennale 2016

THE VEDDEL EMBASSY - REPRESENTING GERMANY

Wir fahren mit über 60 Leuten aus dem Hamburger Stadtteil Veddel nach Venedig und eröffnen in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Insitut und der Architekturbiennale eine Botschaft der Vielfalt: The Veddel Embassy.

Eine Woche lang sind wir in der Chiesa della Misericordia. Mit dabei sind die muslimische Gemeinde, die Kirchengemeinde, der Fußballverein Veddel United, Geflohene aus der dortigen Unterkunft, die Vetreter der Roma-Community, lokale Politiker von der SPD und den Linken, Mütter, Väter, Kinder, lauter tolle Leute unterschiedlichster Herkunft, Religion, politischer Überzeugung. UNITY IN DIVERSITY. 

In Venedig kochen wir, machen Theater, diskutieren über politische Themen mit den Leuten vor Ort, spielen Fußball und wir organisieren Reisen zu lokalen Flüchtlingskooperativen, Moscheen, Nachbarschaftsprojekten. NEWROPE. Jeder Mensch ist Ambassador! Lasst es uns besser machen!

Für weitere Informationen:

Goethe Institut "Performing Architecture"

Goethe Institut "Performing Architecture"

Goethe Institut "The Veddel Embassy" 

Facebook

MUNICH WELCOME THEATRE - EIN KONVERSIONSPROJEKT

Der OPEN BORDER KONGRESS vom 16. bis 18.10 auf allen Bühnen der Münchner Kammerspiele

Der Umgang mit geflohenen Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen der aktuellen politischen Debatten weltweit. Der alte Kontinent Europa, der immer noch aus einer Haltung moralischer Überlegenheit zu handeln glaubt, kann es sich nicht mehr erlauben, sich vom Rest der Welt abzuschotten. In Deutschland klafft eine Lücke zwischen dem enormen zivilgesellschaftlichen Engagement für Geflohene auf der einen Seite und der visionslosen, auf Abschottung und Skandalisierung bedachten Einwanderungs- und Asylpolitik auf der anderen Seite.Weder unser Selbstbild noch die Institutionen dieses Landes sind im Moment der Aufgabe gewachsen, ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt auf gleichberechtigte und demokratische Weise zu ermöglichen. Die Münchner Kammerspiele möchten in der Beschäftigung mit diesen Themen einen nächsten Schritt machen. Das Theater selbst wird zum Modellprojekt: In einem mehrstufigen Prozess der Beratung, Entwicklung und Gestaltung versuchen die Künstler Björn Bicker und Malte Jelden gemeinsam mit den MitarbeiterInnen des Theaters die Institution auf inhaltlicher, personeller und struktureller Ebene mit dem Themenkomplex Flucht, Ankunft und Asyl zu verbinden. Wie kann man Geflohene in die Arbeits- und Gestaltungsprozesse des Theaters einbeziehen? Welche Formen des Engagements der MitarbeiterInnen sind denkbar, um das Theater intensiver mit der Realität der Einwanderungsgesellschaft zu verbinden?

MUNICH WELCOME THEATRE – OPEN BORDER KONGRESS
Zum Auftakt des Konversionsprojekts gibt es vom 16. bis zum 18. Oktober 2015 in allen Spielstätten der Kammerspielen ein Wochenende zum Thema „Flucht – Ankunft – Asyl“.
Vorbildhafte Initiativen und Organisationen stellen ihre Arbeit vor, vernetzen sich untereinander und verbinden sich beispielhaft mit dem Theater.
In Vorträgen und Diskussionen skizzieren internationale Gäste aus Politik, Philosophie und Soziologie neue Wege der europäischen Flüchtlingspolitik jenseits von Abschottung und Nationalismus.
Ein spartenübergreifendes Kulturprogramm präsentiert modellhafte Theaterarbeiten, Performances, Dokumentarfilme und Konzerte.

MUNICH WELCOME THEATRE – KONVERSION
In einem zweiten Schritt wird das Theater selbst zum Modellprojekt. Das Ziel ist, das Unternehmen „Münchner Kammerspiele“ zu einem echten WELCOME THEATRE zu machen. In der Vielfalt der unterschiedlichen Arbeitsbereiche eines Theaters (Kunst, Technik, Verwaltung, Ausbildung, Freundeskreis und Publikum) bildet sich eine ganze Stadtgesellschaft ab. Mitarbeiter_innen aus allen Abteilungen werden dabei begleitet, ihren Anteil an der Konversion zu leisten. Die Arbeit im WELCOME THEATRE findet sowohl innerhalb der bestehenden Arbeitsprozesse als auch im ehrenamtlichen Bereich statt. Wie können Menschen, die auf der Flucht nach München gekommen sind, in die Arbeitsprozesse des Theaters eingebunden werden? Welches Wissen braucht man dazu? Wie kann das Theater zur neuen Heimat geflohener Künstler_innen werden?

MUNICH WELCOME THEATRE – OPEN BORDER ENSEMBLE

Das OPEN BORDER ENSEMBLE bietet KünstlerInnen, die auf der Flucht nach München gekommen sind, die Gelegenheit, ihren Beruf weiter auszuüben. Es unterstützt SchauspielerInnen, AutorInnen, TänzerInnen, MusikerInnen, RegisseurInnen unterschiedlichster Nationalität und Sprache bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Das Ensemble will eine Plattform sein, die kulturelle, soziale und politische Teilhabe diskutiert und organisiert. Das OPEN BORDER ENSEMBLE FESTIVAL ist Teil des Projekts MUNICH WELCOME THEATRE. Es präsentiert aktuelle und zukünftige Arbeiten des Ensembles (Theater, Filme, Musik), vermittelt künstlerische Methoden des Empowerments und diskutiert die Möglichkeiten von Kunst im Exil in München und Berlin. Ziel des Festivals ist es, das vor einem Jahr gegründete Ensemble im Theater zu verankern und die Potenziale einer Kooperation zwischen den Kammerspielen und dem Bellevue di Monaco sichtbar zu machen. Diese Zusammenarbeit zwischen der städtischen Kulturinstitution und dem zivilgesellschaftlichen Projekt kann die gleichberechtigte Umsetzung der kulturellen, sozialen und politischen Projekte des OPEN BORDER ENSEMBLES ermöglichen.


Facebook Seite
des MUNICH WELCOME THEATRE.

Hier geht es zu einem Interview: Islamische Zeitung
 

 

NEW HAMBURG

Ab Oktober 2014 im DeutschenSchauSpielHausHamburg

Hamburg war schon immer Ausgangspunkt für die Suche nach einem neuen, besseren Leben. Unzählige Auswanderer gründeten neue Städte auf der Welt: Neu Hamburg, New Hamburg, Novo Hamburgo. Inzwischen ist Hamburg selbst zu einer multikulturellen Ankunftsstadt geworden. Auch wenn die Bedingungen für das Ankommen und die Willkommenskultur, wie überall in Deutschland, nicht gerade optimal sind.
Auf der Veddel kann man die aktuelle Realität der multikulturellen Stadt erleben. Wer auf die Veddel schaut, schaut in unsere Zukunft: Begriffe wie Mehrheitsgesellschaft oder Leitkultur verlieren ganz zwangsläufig ihre Relevanz. Vielmehr geht es um die Organisation von Diversität. Um das Schaffen von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Teilhabe. Um ein gelingendes Zusammenleben. Seit Generationen leben auf der Elbinsel EinwandererInnen verschiedenster Herkunft zusammmen und prägen den Stadtteil kulturell, religiös, politisch und sozial. Trotzdem: Die Veddel dient vor allem den traditionell bürgerlichen Medien immer wieder als Anschauungsmaterial vermeintlich bedrohlicher Parallelgesellschaften, was der Selbstwahrnehmung der BewohnerInnen nicht entspricht.
Ein gut sichtbares Zeichen für die veränderte Stadtgesellschaft ist die Immanuelkirche auf der Veddel. Ein Gebäude, das früher das Zentrum einer christlich geprägten Gesellschaft markierte. Heute ist die evangelische Gemeinde so klein geworden, dass die Kirchenleitung sogar die Stelle des Pastors streicht. Der letzte Pastor der Veddel, die neue Diakonin und die Gemeinde haben aber einen Traum: Sie möchten den Kirchenraum wieder möglichst vielen Menschen des Stadtteils zur Verfügung stellen. Egal welcher Herkunft oder Religion sie sind. Sie möchten die Kirche zu einem Ort der Begegnung und kulturellen Produktion werden lassen. Damit hat die Gemeinde bereits begonnen, indem sie den Kirchenraum geöffnet hat für Musik, Film, Theater, Sport und andere religiöse Gemeinschaften.
NEW HAMBURG will mithelfen, diesen Prozess der Öffnung und Vernetzung noch weiter zu treiben.  Durch verschiedene Projekte, die KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen gemeinsam mit BewohnerInnen des Stadtteils entwicklen, soll die Vielfalt und der kulturelle Reichtum der Veddel gefeiert und gezeigt werden. Seit über einem Jahr entwickelt sich NEW HAMBURG auf der Veddel. NEW HAMBURG versucht mit den BewohnerInnen der Veddel ein Stadttheater im wörtlichen Sinne zu kreieren: politische, soziale und künstlerische Entwürfe für die Ankunftsstadt der Zukunft werden auf verschiedenen Ebenen entwickelt und präsentiert.
Gemeinsam mit BewohnerInnen des Stadtteils, mit der Kirchengemeinde, anderen religiösen Gemeinschaften, mit SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern, mit sozialen und politischen Initiativen, mit Geschäftsleuten, HandwerkerInnen, StudentInnen, Familien, Flüchtlingen, KünstlerInnen und AktivistInnen wird NEW HAMBURG einen Raum schaffen, in dem die Anforderungen und Chancen der Einwanderungsgesellschaft verhandelt werden können: Eine Stätte der Begegnung für die unterschiedlichsten Akteure des Stadtteils und der ganzen Stadt.

Während des NEW HAMBURG Festivals vom 03. -25. Oktober 2014 werden Ergebnisse und Arbeitsstände gezeigt. Theater, Musik, Bildende Kunst, Diskurs, Kampagne, Begegnung.

Konzept und Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Malte Jelden, Michael Graessner Dramaturgie: Christian Tschirner
Künstlerische Produktionsleitung: Maike Gunsilius

Hier
gehts zur Facebook Seite von NEW HAMBURG und hier zur Seite von NEW HAMBURG.



NORD - EIN STADTTEIL DREHT SICH

Premiere: Erster Drehtag: 27. Juni 2014 im Schauspiel Stuttgart

Künstlerische Leitung: Malte Jelden, Michael Graessner, Björn Bicker und Katrin Spira.

An Nord – Ein Stadtteil dreht sich arbeiten seit vielen Wochen ca. 25 Jugendliche aus dem gesamten Stadtteil Stuttgart-Nord mit. Lebenswelten zwischen Killesberg und Nordbahnhofviertel werden getauscht, Schulen öffneten ihre Tore, Begegnungen wurden inszeniert, der Platz an der Mittnachtstraße wurde zum „Platz der Jugend“ erklärt.
Einige der Jugendlichen leben in der Flüchtlingsunterkunft in der Tunzhoferstraße. Ihre Lebensrealität unterscheidet sich kolossal von der der anderen. Sie spüren tagtäglich die Auswirkungen europäischer Flüchtlingspolitik: Prekäre Unterbringung, Residenzpflicht, unsicherer Aufenthalt etc. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft zu werden: Ihre Ausbildung fortzusetzen, eine Wohnung zu suchen, zu arbeiten, ein normales Leben zu führen.
Gleichzeitig schränkt die Politik das Recht auf Asyl (Grundgesetz § 16) immer mehr ein. Massive Flüchtlingsproteste in Hamburg (Lampedusa Gruppe) Berlin (Gerhart-Hauptmann-Schule), München (Rindermarkt) und anderswo sprechen eine deutliche Sprache: So geht es nicht weiter. Zuletzt hat Navid Kermani in seiner Rede im Deutschen Bundestag zum 60. Jaherstag des Grundgesetzes daran erinnert, dass das Grundrecht auf Asyl 1993 faktisch abgeschafft wurde.
Umso erfreulicher, dass die Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus, die ihren Sitz im ehemaligen Stuttgarter Wohnhaus des verstorbenen Bundespräsidenten hat, das Projekt einlädt, um gemeinsam mit unseren Zuschauern und den Beteiligten des Projekts die Situation von Flüchtlingen im Stuttgarter Norden zu beleuchten und den Mitverfasser des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zu ehren, indem wir an die Bedeutung des Paragraphen 16 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erinnern.
Das ehemalige Wohnhaus von Theodor Heuss wird zum Drehort für unseren Film. Die Zuschauer erwartet neben dem Dreh u.a.: Eine Busfahrt durch den Stadtteil, Musik mit dem United Nord Orchestra, eine Gesprächsrunde moderiert von Matthias Weinzierl vom Bayrischen Flüchtlingsrat, und Führungen durch das Museum.


 

ARRIVALS I-IV

Neumarkt Theater Zürich

Ein Projekt von Peter Kastenmüller, Björn Bicker, Michael Graessner und Tobias Yves Zintel

In bewegten Zeiten, in denen immer mehr Menschen aufbrechen, um das, was sie Heimat nennen, gegen ein neues Leben einzutauschen, ist Ankommen zu einer Existenzform geworden, die die Welt quer durch Generationen und Kulturen hindurch in ihren Sog zieht. Ankommen hat nur scheinbar eine Richtung und ein Ziel, denn eigentlich bringt der Ankommende alles noch einmal in Bewegung: sich selbst, seine Nächsten und eine ganze Gesellschaft.
Der ewigste aller Nomaden heisst Odysseus, und seine Nachfahren bevölkern im 21. Jahrhundert immer zahlreicher die Welt, die sich mit ihren Gängen verändert. Ihre Lebensläufe durchziehen die Städte, die damit zu «Arrival Cities» werden.
Auch in Zürich kommen ständig Menschen an, aus der Schweiz oder von weiter weg, aus Stadt oder Land, hochqualifiziert oder unterbezahlt. Sie heissen Riane, Thomas, Gul, Mariembe, Daniele, Kathrin, William und Martin, sie sind Musiklehrerin, Banker, Schauspielerin und Informatiker. Sie bauen sich neue Wege durch die Stadt, suchen und finden Komplizen. Ihre Wanderungen und Landungsstellen werden von Google Earth aber nicht registriert. Sie werden nur sichtbar im Erzählen. Im Berichten und Weitergeben entsteht so eine «Arrival Map», eine informelle Wanderkarte der Ankunft: Das Projekt «Arrivals» zeichnet in einer Gemeinschaftsarbeit von Regisseur Peter Kastenmüller, Autor Björn Bicker, Bühnenbildner Michael Graessner und Filmemacher Tobias Yves Zintel die Biografien von Zürcher Ankommenden nach. Aus Film, Text und direkter Begegnung entsteht eine Serie von Porträts von Menschen, deren Geschichte mit Zürich gerade erst beginnt.
Ankommen ist eine elementare menschliche Erfahrung, es setzt Hoffnung, Angst, Trauer, Heimweh, Neugierde, Scham und Mut frei. Davon lässt sich viel berichten, und auch von den Kräften, die es entfesselt: Eine Ankunft erzeugt Fertigkeiten und weckt Talente, schärft Sinne und Empathie. Sie macht Menschen zu Übersetzungsexperten und Verständigungsspezialisten.
Ankommende sind aber immer auch die Archivare einer globalen Geschichte – einer Geschichte, die wir alle mittragen und in der wir immer wieder zu Kreuzungspunkten werden. In diesem Sinne ist «Arrivals» ein modernes Heldentreffen. 

Premiere: 3.10.2013

URBAN PRAYERS

Juni-Juli 2013, Stadtprojekt an den Münchner Kammerspielen. Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Malte Jelden, Julia Lochte.

Globalisierung, Migration und der gleichzeitige Verlust religiöser Bindungen haben aus München eine Stadt der religiösen und weltanschaulichen Vielheit gemacht. Christliche Glaubensgemeinschaften aus der ganzen Welt - Pfingstler, Evangelikale, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe - sowie Muslime, Buddhisten, Hindus, Juden u.a. machen München zu einer religiösen Megacity. Fragt man nach der Religiosität der einen, dann meint man immer auch die Religionsferne der anderen. Die Vielheit der städtischen Glaubenspraktiken, die meist im Verborgenen stattfinden, bringt auch eine Vielheit an Erlösungsvorstellungen hervor. Wie erleben die Gläubigen aber die handfeste, unerlöste urbane Wirklichkeit in der sie leben? Folgt aus der religiösen Überzeugung auch eine politische Haltung? Wenn man nachfragt, dann ist es eben nicht so, dass der Glaube der Menschen nur antimoderne, fundamentalistische Praktiken und Weltbilder hervorbringt. Die Glaubensgemeinschaften, egal welcher Religion, legen ein enormes zivilgesellschaftliches Engagement an den Tag. Ohne diese Anstrengungen würde unsere Stadt gar nicht mehr auskommen. Gerade wenn es darum geht, Vielheit zu organisieren, Ausgleich zu schaffen für Menschen, deren Heimat (noch) nicht München heißt. Diese Ansätze sichtbar zu machen, über die Stadt und den Glauben der Menschen ins Gespräch zu kommen, Raum für Begegnung zu schaffen, das ist der Grund, warum wir das Projekt „Urban Prayers“ initiiert haben.  In der Vorbereitung und Durchführung des Projekts haben wir uns mit vielen verschiedenen religiösen Gruppen und Menschen verbunden. Die Begegnungen auf diesem Weg waren und sind Teil des Vorhabens: Wie schaffen wir es in Zukunft, miteinander unser Gemeinwesen zu gestalten, ohne Hierarchien von Herkunft, Religiosität, Bildung, Abstammung oder Sprache all zu mächtig werden zu lassen. Welches Verhältnis haben all die Gläubigen zu ihrer Stadt? Wie betrachten sich die Gläubigen untereinander? Wie beeinflussen sie das soziale und politische Leben der Stadt? Welche Erwartungen haben die Gläubigen an Demokratie und Rechtsstaat? Welche Erwartungen hat der Staat an sie? Was denken die Gläubigen über ihre ungläubigen Nachbarn? Ist München tatsächlich City of God? URBAN PRAYERS geht diesen Fragen mit Hilfe unterschiedlichster, künstlerischer Formate nach: Theater, Diskurs, Installation, Performance, Film, Musik, Begegnung. Die Aufführung des Stücks "URBAN PRAYERS (MUC)" findet an verschiedenen religiösen Orten Münchens statt. Zum Abschluss treffen sich alle Gläubigen und Ungläubigen zur "URBAN PRAYERS CONVENTION" im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele.

Ein Gespräch über URBAN PRAYERS auf Bayern2


Ein Gespräch auf Deutschlandradio Kultur 26.05.2013


CABINET

UA: 29.10.2010, Theater Freiburg (in Kooperation mit garajistanbul) Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Michael Graessner, Peter Kastenmüller, Viola Hasselberg, Mustafa und Övul Avkiran.

Deutsche Künstler erkunden die türkische Realität in Istanbul, türkische Künstler erforschen Freiburg und Deutschland und entwickeln aus abenteuerlichen Begegnungen und Missverständnissen ein gemeinsames Stück. In diesem Cabinet, in dem türkische Countertenöre gegen deutsche Popsängerinnen antreten, Tänzer, Musiker und Schauspieler sich präsentieren, die Deutsche Türken und die Türken Deutsche sind, versuchen alle, eine gemeinsame Tagesordnung zu finden: Wer weist den Weg in eine (europäische?) Zukunft? Wer bringt die Menge zum Kochen?

 

TROLLMANNS KAMPF - MER ZIKRALES

UA: 30.4.2010, Schauspiel Hannover, Regie: Marc Prätsch

Johann Trollmann, genannt »Rukeli«, war ein Publikumsliebling des Boxsports. Doch er war Sinto. Und es war 1933. Die Nationalsozialisten sprachen ihm nach nur acht Tagen den Meistertitel im Halbschwergewicht ab – sein Kampfstil, der dem Muhammad Alis glich, wurde verboten. 1943 wurde »Rukeli« Trollmann im KZ Wittenberge ermordet. Das Stück, das Björn Bicker gemeinsam  mit jungen Sinti aus Hildesheim und Hannover entwickelt hat,  erzählt die Geschichte des Boxers als Radio-Show und berichtet  zugleich von der Lebensrealität der Sinti heute. Welche Spuren hat die Verfolgung und Ermordung von über 500.000 Sinti und Roma hinterlassen? Was bedeutet es für Jugendliche, heute Sinti zu sein?

Eingeladen zum Festival Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes und zum Festival Augenblick Mal!, Berlin

Alles über Rukeli Trollmann,
zusammmengestellt von seinem Großneffen Manuel Trollmann.

Sinti und Roma

Über die Aufführung


HAUPTSCHULE DER FREIHEIT

UA: 19.6.2009, Münchner Kammerspiele, Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Peter Kastenmüller, Michael Graessner, Ruth Feindel, Christine Umpfenbach

Eine leer stehende Schule am Ackermannbogen in München wurde im Juni 2009 zur Hauptschule der Freiheit. So kontrovers die gesellschaftliche Debatte über Hauptschulen und die Struktur unseres Schulsystems geführt wird: Die Hauptschulen sind Lebensräume, in denen sich die Herausforderungen an unsere Gesellschaft besonders deutlich zeigen: Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen mit den unterschiedlichsten Herkünften, sozial wie kulturell, müssen miteinander auskommen, gemeinsam lernen, Gemeinschaft bilden. Das Theater und seine Mitarbeiter verbinden sich mit der Schule und schaffen einen Raum, in dem sich die Akteure der Hauptschule präsentieren, Begegnungen gestiftet werden und gemeinsam Theater gemacht wird. Kein anderer Ort als die Schule bietet sich mehr an, über Freiheit und ihre Bedeutung für unser Leben nachzudenken. Wünsche werden formuliert. Befürchtungen werden ausgesprochen.
Bundespreis für Kulurelle Bildung 2010 vom Staatsministerium für Kultur



ILLEGAL

UA: 20.6.2008, Münchner Kammerspiele, Regie: Peter Kastenmüller

Der Theaterabend ILLEGAL hat von Menschen erzählt, die ohne Aufenthaltserlaubnis in München leben. Würden sie selbst öffentlich über sich und ihre Situation berichten, bestünde die Gefahr, dass sie entdeckt und abgeschoben werden. Das Theater übernimmt die ihm eigene Funktion der Repräsentation: Ein Anwesender spricht für einen abwesenden Anderen. Diese Darstellung ging über das rein Dokumentarische hinaus.   Ablauf, Form und Darstellungsweise des Abends waren der künstlerische Versuch, das komplexe Phänomen Illegalität zu beschreiben, zuzuspitzen, Thesen dazu aufzustellen, Fragen zu entwerfen.

Die Schätzungen, wie viele Menschen ohne offizielle Aufenthaltserlaubnis in München leben, gehen weit auseinander. Man kann die sogenannten Illegalisiserten schlecht zählen und registrieren. Der Soziologe Philipp Anderson hat im Jahr 2003 im Auftrag der Stadt München eine Studie über die Lebenssituation dieser Menschen erstellt. Darin geht er für München von einer Zahl von 30.000 bis 50.000 aus. Durch die EU-Osterweiterung, die als teilweise Legalisierungsaktion funktioniert hat, haben sich die Zahlen in den letzten Jahren sicherlich verändert. Dennoch sind es viele tausend Menschen, die permanent, zeitweise, gewollt und ungewollt in diesem ungeklärten Status unter uns leben. Was sie aus der ganzen Welt zu uns führt, ist die Unmöglichkeit aus ökonomischen wie politischen Gründen, im Heimatland länger ein menschenwürdiges Leben zu führen. Sichtbar werden diese Menschen als Arbeitskräfte in der Gastronomie, in privaten Haushalten als Pflege- und Haushaltshilfen und als Sexarbeiterinnen. Illegalisierte Menschen und ihre Familien müssen ihren Alltag organisieren. Sie brauchen Arbeit, Wohnungen und ärztliche Versorgung. Ihre Kinder besuchen Schulen, haben Freunde. Dies alles muss im Verborgenen geschehen. Die Angst, jederzeit entdeckt und damit abgeschoben zu werden, bestimmt das Leben. Es handelt sich bei diesen Menschen und ihren Unterstützern um freie und kaum berechenbare Agenten heutiger, weltweiter Migrationsbewegungen. Sie wenden ein hohes Maß an Geld, Zeit, kreativer Energie und zähem Durchhaltevermögen auf, um hier ihren Traum vom besseren Leben verwirklichen zu können.


DOING IDENTITY - BASTARD MÜNCHEN

26. Januar – 8. März 2008, Münchner Kammerspiele, Leitung: Björn Bicker, Malte Jelden

Die Frage scheint so simpel: "Wer bist Du?" Doch in der globalisierten Welt haben viele Menschen darauf keine eindeutige Antwort. Mit dem Festival "Doing Identity - Bastard München" haben die Münchner Kammerspiele sechs Wochen lang in Theaterstücken, Ausstellungen, Konzerten, Partys und Diskussionen die Vielfalt der bayerischen Metropole beleuchtet. Menschen, die sonst nicht aufeinandertreffen sind sich begegnet und die, die sich schon kannten, haben sich Sprache und Aussehen geliehen. Die Kunstformen haben sich vermischt. Theater wurde zur Aktion, Politik zu Theater und Diskurs zur Installation. Das Stadttheater öffnet sich der Stadt und stellt seine Ressourcen zur Verfügung.

 

BUNNYHILL 2: WEM GEHÖRT DIE STADT?

21. April bis 27. Mai 2006, Münchner Kammerspiele, Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Peter Kastenmüller, Michael Graessner

BUNNYHILL 2 widmete sich ganz dem Münchner Stadtkern. Fixpunkt und verbindendes Element des Projekts war der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. Nicht retrospektiv, sondern als schillernde Folie lag Fassbinders Präsenz unter der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Münchner Wirklichkeit. "Wem gehört die Stadt?" Angesichts dieser Leitfrage wurde das Theater verlassen und andere Orte des Stadtzentrums gefunden, besetzt und umgedeutet: Die Praxis Fassbinder wurde in der Sendlinger Straße eröffnet, auf dem Stachus  wurde ein Hafen errichtet, die neue Metropole Münjing wurde erfunden. Und alles zusammen wurde zum Ausdruck einer verwirrenden, heterogenen Fantasie davon, was das Münchner Zentrum sein könnte, welche Möglichkeiten von Stadt und Urbanität in der Fantasie der Bewohner und ihrer Gäste entstehen könnten.

 

BUNNYHILL

22. Oktober bis 19. Dezember 2004, Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Peter Kastenmüller, Michael Graessner

Bunnyhill war ein Staat auf Zeit und ein Ort, an dem wir uns zusammen mit vielen Gästen der urbanen Wirklichkeit Münchens genähert haben. Zwei Monate lang wurde das Verhältnis von Zentrum und Peripherie untersucht. Wir haben uns in der Peripherie einen Stadtteil ausgesucht, der am äußersten Rande Münchens liegt: Das Hasenbergl, elf U-Bahn-Stationen vom Münchner Zentrum entfernt, ein berühmt berüchtigtes Problemviertel. Wir wollten den ungeliebten Rand der Stadt im Zentrum derselben sichtbar machen und das am Rande mit Skepsis betrachtete Zentrum an die Peripherie bringen. Zwischen Hasenbergl und Stadtmitte entstand ein dritter Ort: BUNNYHILL.

 

h12.jpg h12.jpg h12.jpg h12.jpg

portrait_hdf1_1.jpg portrait_hdf1_1.jpg portrait_hdf1_1.jpg

mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg mu__njing27.jpg

ub_4.jpg ub_4.jpg

bunnyhill.jpg bunnyhill.jpg bunnyhill.jpg bunnyhill.jpg bunnyhill.jpg bunnyhill.jpg

ub_12.jpg ub_12.jpg